Sorao und Las Terrazas

Die Küstenstraßen die durch ländliche Orte und entlang von Viehfarmen führten, waren teilweise in einem sehr schlechten Zustand. Die Fahrt über La Palma, Bahia, Honda, Cabanas und Mariel war anstrengend, langwierig und gab Einblicke in die etwas ärmlicheren Gebiete Kubas. Zum besseren Verständnis hier ein Vergleich. In einem kleinen Ort bekamen wir für einen CUC (umgerechnet ca. einen Euro) zwei Pizzen und einen frischen Mangosaft. In Mariel waren die Straßen plötzlich extra breit und neu, da mit brasilianischer Finanzhilfe der ehemals kleine Hafen zum größten Containerhafen der Karibik ausgebaut werden soll. Sie ist auch die Stadt die den USA am nächsten liegt. Im Jahr 1980 war Mariel Schauplatz von Kubas größter Massenflucht, insgesamt flohen 125000 Kubaner mit ihren Booten in die USA. Endlich in Soroa angekommen, bezogen wir unser neues Zimmer und fuhren dann gleich weiter nach Las Terrazas. Die beiden Orte liegen in einem von der UNESCO als Biosphärenreservat unter Schutz gestellten 5000 ha großen Gebiet in der Sierra del Rosario. Soroa entstand aus der riesigen Kaffeeplantage der Brüder Lorenzo und Antonio Soroa Munagorri, die sich hier niederließen. Nach und nach kauften sie fast alle umliegenden Güter auf, sodass ihr Name bald zum Synonym für das Gebiet wurde. In Las Terrazas hatten wir ein nettes Abendessen am See, in Gesellschaft von nicht gerade wenigen Mücken, bevor wir wieder in unser Casa Particulares zurückkehrten. Der nächste Tag sollte ein langer werden. Zunächst fuhren wir nur ein kurzes Stück zu einem nahe gelegenen Ausflugsziel, El Salto und El Mirador. Ein steiler und schlammiger Weg führte hinauf zum Aussichtspunkt „Mirador de Venus“. Oben genossen wir einen herrlichen Panoramablick, den auch viele Geier nutzten. Danach gingen wir steile Stufen hinunter zu einem 22 m hohen Wasserfall dem „El Salto de Soroa“, wo wir uns im Wasser abkühlen konnten. Nach dem Mittagessen mussten wir aber die Weiterfahrt nach Cienfuegos antreten, denn 330 km lagen noch vor uns. Anfangs kamen wir ganz gut voran, den die „Autopista“ war im Vergleich zu anderen Straßen in einem relativ guten Zustand, jedoch ließ das Wetter zu wünschen übrig. Es regnete wie aus Kübeln und wir konnten die Fahrbahn nicht mehr als solche erkennen. Endlich erreichten wir Cienfuegos, die halbe Stadt war überflutet und wir hatten Angst das unser Auto „absaufen“ würde. Doch nichts von alldem ist eingetreten und wir fanden eine nette Bleibe in der Stadt.


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