Endlich wieder Land in Sicht: die karibischen Inseln

Nach fünf Tagen auf hoher See waren wir dem unendlichen Meer überdrüssig und freuten uns schon sehr darauf, bald wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.

Bridgetown
04.11.2015

Land in Sicht, die Insel Barbados, endlich, die Atlantiküberfahrt war geschafft! Vom Hafen ins Zentrum war es nicht weit, man konnte alle Wege ohne Probleme zu Fuß bewältigen, denn es ist ein recht übersichtlicher Ort. Wir hielten uns an die Empfehlung des hiesigen Touristenbüros und marschierten zum Strand „Carlisle Bay“. Dieser war so schön wie auf einer Postkarte – türkisblaues Wasser, weißer Sandstrand und strahlender Sonnenschein :). Ein paar Palmen spendeten uns Schatten und das Wasser war einfach herrlich warm. Nach harten Verhandlungen mit einem der ortsansässigen Tourenanbieter, machten wir einen tollen Schnorchelausflug mit einem Glasbodenboot. Wir sahen einige Meeresschildkröten und ein mit Korallen bewachsenes Wrack inklusive Fische. Weitere Highlights waren die Rutsche am Boot und die Gruppe feiernder Amerikaner.

 

Fort-de-France
05.11.2015

Die Insel Martinique gehört nach wie vor zu Frankreich und Fort-de-France ist mit ca. 85.000 Einwohnern zugleich eine der größten Städte der kleinen Antillen. Erst nach der Zerstörung der ursprünglichen Hauptstadt der Insel Saint-Pierre 1902 durch einen Vulkanausbruch, gewann der Ort an wirtschaftlicher Bedeutung. Das Wetter in Martinique zeigte sich leider nicht von seiner schönsten Seite. Regen und Nebel ermöglichten uns nur einen kurzen Spaziergang zu den beliebtesten Plätzen der Stadt. Wir sahen uns auch das Denkmal zu Ehren der auf Martinique geborenen französischen Kaiserin Joséphine an.

Ihre zweite Ehe mit dem vielversprechenden Napoleon war keine Liebesheirat, aber für beide ein cleveres Zweckbündnis. Sie verhalf ihm zum politischen Aufstieg, dafür widerrief er die 1794 vollzogene Abschaffung der Sklaverei in Frankreich. Dies war für ihre Familie, die mit 500 Sklaven eine Zuckerrohrplantage betrieb, überaus wichtig. Das Gesetz sollte bis 1848 Bestand haben, und bis heute wird deshalb der Joséphine-Statue auf Martinique regelmäßig der Kopf abgeschlagen.

 

Philipsburg
06.11.2015

Die Insel Sint Maarten wurde durch Christoph Kolumbus entdeckt und nach dem heiligen Martin benannt. Die Spanier besetzten die Insel, aber im Jahr 1648 wurde das Inselgebiet geteilt, nachdem französische und niederländische Kriegsgefangene ihre spanischen Aufseher vertrieben hatten. Der Legende nach teilten die Deportierten diese unter sich auf, indem ein Niederländer und ein Franzose die Insel in gegensätzlicher Richtung umrundeten, bis sie sich wieder am Strand trafen. Es heißt auch, der Franzose habe dem Niederländer eine Wasserflasche gegeben, die allerdings Gin enthalten habe, weshalb heute der französische Teil größer ist als der niederländische.

Unser Schiff legte am Hafen von Philipsburg an, der Hauptstadt der niederländischen Hälfte der Insel. Von dort fuhren wir zum Maho Beach, zu einer eher ungewöhnlichen Attraktion. Die Besonderheit des Strandes liegt nicht in seiner außergewöhnlichen Schönheit, sondern an seiner Lage. Dieser liegt direkt an der Landebahn des „Princess Juliana Airports“ und bietet somit die Möglichkeit Start und Landung von Flugzeugen hautnah mitzuerleben. Aus sicherer Entfernung konnten wir den Start eines Jumbojets beobachten und sahen dabei, wie die am Strand stehenden Schaulustigen und ihre Habseligkeiten meterweit zurückgeschleudert wurden. Entlang des Strandes wurde mit Schildern bereits auf diese Gefahr hingewiesen. Wieder in der Stadt wurden wir beim Spazieren durch die Gassen auf ein kleines Museum aufmerksam, die „Star Wars – YODA GUY Movie Exhibit“. Ein ehemaliger Mitarbeiter, der an der Entwicklung der Figur von Yoda in den original Star Wars Filmen beteiligt war, hat sich hier auf Sint Maartens seinen Traum vom eigenen Star Wars Museum erfüllt. Wir nutzten die Gelegenheit und posierten mit ein paar der original Filmrequisiten.

 

Charlotte Amalie
07.11.2015

Die Stadt liegt an der Südseite der Insel Saint Thomas und ist die Hauptstadt der Amerikanischen Jungferninseln. Hier mussten alle Passagiere des Schiffes inklusive der Crewmitglieder durch den Immigration Check. Leider dauerte diese Prozedur länger als erwartet, am Ende konnten wir erst um 15.30 Uhr von Bord gehen, obwohl das Schiff schon um 7.00 Uhr am Hafen angelegt hatte!! Das Team der Kreuzfahrtlinie entschuldigte sich dafür und gab die Schuld den amerikanischen Behörden, die viel zu wenig Beamte geschickt hätten. Uns war das egal, wir waren trotzdem echt genervt und verärgert. Der einzige Trost bestand darin, dass das Wetter grauslich war und es uns nicht wirklich nach draußen zog. Bei dem kurzen Stadtspaziergang fand ich aber einen ganz schönen und preiswerten Bikini ;).

 

San Juan
08.11.2015

San Juan ist eine tolle Stadt mit spanischen Flair, die größte auf Puerto Rico und industrielles, wirtschaftliches, kulturelles und touristisches Zentrum der Insel. Es machte sehr viel Spaß durch die hübschen Straßen und Gassen der Stadt zu flanieren. Wer sich aufmerksam umsieht, dem entgehen wohl kaum die vielen umherstreunenden Katzen, die von den Bewohnern der Stadt liebevoll umsorgt werden.
Die beiden Festungen „Castillo San Cristobal“ und „Castillo San Felipe del Morro“ aus dem 16. Jh. waren wirklich sehenswert. Eindrucksvoll wurde hier das triste Leben der spanischen Soldaten dargestellt. Geplagt von Krankheiten, Hunger und Heimweh konnten sie schlussendlich mit ihren antiquierten Waffen dem Angriff der Amerikaner 1898 nicht standhalten.
Die Anlage war frei begehbar, unter anderem konnten die Verteidigungs- und Aussichtstürme, die sehr unbequem aussehenden Schlafplätze und Gesellschaftsräume besichtigt werden. Den ganzen Tag über war der Himmel schon mit dunklen Wolken bedeckt, der plötzlich heftig einsetzende Platzregen war aber so schnell wieder vorbei, wie er begonnen hatte. Von unserem trockenen Plätzchen aus beobachteten wir, wie in kürzester Zeit der Boden überschwemmt und sich die Treppen der Festung in kleine Wasserfälle verwandelten.
Abends nutzten wir die Gelegenheit, dass das Schiff erst um 2 Uhr in der Früh ablegte, und gingen noch einen Cocktail trinken. Zu diesem Zeitpunkt fand ein Live-Konzert am Hafen statt, dem wir eine Weile lauschten bevor wir wieder auf das Schiff zurückkehrten.

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