Kuba

Unser Flug führte von Miami über Cancun nach Havanna, da immer noch eine direkte Flugverbindung von den USA aus nach Kuba nur in Ausnahmefällen genehmigt wird. Was wir jedoch nicht bedachten, war die langwierige Immigration in Mexiko und der Transfer zu einem anderen Abfluggate am Flughafen in Cancun. Wir waren fünfzig Minuten vor Abflug am Schalter, trotzdem konnte oder wollte der Mitarbeiter uns nicht mehr für den Flug einchecken. Laut Vorschriften hätten wir spätestens eine Stunde vor Abflug am Schalter sein müssen – eine Ausnahme für uns war offensichtlich nicht möglich. Anfangs waren wir völlig sprachlos und der Mitarbeiter der Fluglinie wenig kooperativ. Nach einigen Diskussionen verhalf er uns doch zu einem späteren Flug mit der Airline „Cubana“ für satte 245€ pro Person. Es war für uns jedoch sehr wichtig noch am selben Tag in Havanna anzukommen, da wir bereits das Mietauto und das Hotel vorreserviert hatten. Der Flug mit der „Cubana-Air“ war wirklich ein gruseliges Erlebnis. Die einstündige Verspätung war erst der Anfang in einer ganzen Reihe an kleinen Unannehmlichkeiten. Als wir das Flugzeug endlich betreten durften, erinnerte uns die Maschine im ersten Moment an ein ausrangiertes Flugzeug der AUA aus den Neunzigern. Die Klimaanlage war anscheinend defekt, denn es wurde schrecklich heiß und ungemütlich, erst später funktionierte sie endlich wieder. Der Flug an sich war in Ordnung, wir bekamen Knäckebrot und Wasser von den sehr pflichtbewussten Stewardessen. Nach der Landung hatten wir mehrere Minuten einen Stromausfall und die Türe des Flugzeuges konnte nicht geöffnet werden. Wir waren einfach nur froh wieder am Boden zu sein – so schnell werden wir wohl nicht wieder mit „Cubana“ fliegen. Am Flughafen wurden wir von mehreren Taxifahrern in Beschlag genommen und nach langem überlegen, sind wir in eines der offiziellen schrottreifen „Lada“-Taxis eingestiegen. Bei diesem Fahrzeug wurden die Abgase nicht wie üblich über einen Auspuff, sondern direkt in den Fahrgastraum abgegeben. Anstatt den offensichtlichen Defekt reparieren zu lassen, war es dem Fahrer anscheinend wichtiger, eine moderne Autoradio-Hifianlage mit großem Bildschirm einzubauen. Nichtsdestotrotz konnten wir noch an diesem Tag unser Auto abholen und fanden auch mit ein paar Umwegen zu unserem „Casa Particulares“, einer privaten Unterkunft in einer schönen Lage in Havanna.

Havanna
15.11. – 17.11. und 05.12. -08.12.2015

Unsere Reise begann und endete in der Hauptstadt „La Habana“, sie ist mit circa zwei Millionen Einwohnern die größte Stadt Kubas. Das Mietauto ein „KIA Picanto“ begleitete uns die ersten Wochen treu und zuverlässlich, was auf den Straßen von Kuba nicht selbstverständlich ist. In der Stadt selbst ließen wir das Auto aber stehen und machten uns zu Fuß auf den Weg ins Zentrum. Da unser „Casa Particulares“ eher außerhalb lag, mussten wir ganz schön weit laufen. Zum Teil gingen wir durch Vierteln, in denen wir das Gefühl hatten, weit und breit die einzigen Touristen zu sein. Die Straßen waren voll mit Menschen die uns unverholen anstarrten, so sehr, dass wir unsere Kamera lieber im Rucksack ließen. Wir sahen viele ausrangierten Autos, die bei uns sicher nicht mehr fahren dürften, aber auch tolle alte amerikanische Autos die gehegt und gepflegt werden. Die vielen alten verfallenen kolonialen Häuser, mehr oder weniger einsturzgefährdet, erinnern an die glorreiche Vergangenheit der Stadt. Der schön restaurierte „Plaza Vieja“ stellte da einen angenehmen Kontrast dar, sowie die gesamte Altstadt die als „La Habana Vieja“ bezeichnet wird und mit den von der UNESCO zur Verfügung gestellten Mitteln zum Teil renoviert worden ist. Das fanden wir jedoch erst bei unserem zweiten Aufenhalt in Havanna heraus. Da wussten wir schon wie es geht – das wichtigste bei einer Taxifahrt ist, nicht nach dem Preis zu fragen, sondern an einer stark befahrenen Straße (in unserem Fall die Calle 23) ein Oldtimertaxi aufzuhalten, sich zu den anderen Gästen zu gesellen und am Ende ganz selbstverständlich 1 CUC pro Person zu bezahlen (der Standardpreis für Fahrten mit dem „Collectivo“ in die Innenstadt). Von dort aus konnten wir dann bequem die wichtigsten und schönsten Plätze erkunden. Unter anderem das „Capitolio Nacional“, dass leider zum Zeitpunkt unseres Besuchs wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen war, das „Hotel Ambos Mundos“ wo bereits Ernest Hemmingway residierte oder das noch exclusivere „Hotel Nacional“, das unter anderem Winston Churchill, Charles de Gaulle und  Filmstars wie Errol Flynn und Marlon Brando beherbergte. Wir spazierten zur „Catedral de San Cristóbal“, die eine einzigartige Fassade aus Korallenstein besitzt. 1795 bis 1898 waren hier die sterblichen Überreste von Christoph Columbus untergebracht. Gleich nebenan ist das „Castillo de la Real Fuerza“, die älteste Festung Kubas und eine der ältesten ganz Lateinamerikas. Das Schiffsfahrtsmuseum im Inneren ist sehr sehenswert (mit Schiffsmodellen, alten Münzen, Dokumenten etz.). Eine Kopie der berühmten Bronzefigur „La Giradilla“ steht oben am Turm der Festung. Das Original befindet sich im Museum und soll Inés de la Bobadilla darstellen, die sehnsüchtig auf die Rückkehr ihres Gatten, den glücklosen Florida-Eroberers Hernando de Soto wartet. Es war sehr nett den Malecón entlang zu spazieren und den Fischern bei ihrer Arbeit zuzusehen. Dabei mussten wir auf die meterhohe Wellen aufpassen, die auf die Mauer prallten, um nicht nass zu werden. Ebenso eindrucksvoll war der Spaziergang auf Havannas Prachtstraße dem „Paseo del Prado“, der gesäumt ist von alten und halb verfallenen kolonialen Gebäuden und Villen. Abends spielten oft Bands in den Bars zu denen wild getanzt wurde.

 


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